Ausländische Bekleidungs- und Textilhersteller auf Erfolgskurs in Vietnam

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HCMC – Vietnam gewinnt als Zielregion für die Errichtung von Geschäftsstandorten für ausländische Bekleidungs- und Textilhersteller zunehmend an Attraktivität.

Dies war auch auf der jährlichen Saigon Tex Bekleidungs- und Textil Expo in Ho Chi Minh City deutlich zu sehen. Im Rahmen der internationalen Messe für Bekleidung und Textilien brachte Saigon Tex über 500 Unternehmen aus 22 Ländern zusammen. Die diesjährige Messe erfreute sich mit einem 40-prozentigen Teilnehmerzuwachses und einer 30-prozentigen Ausweitung des Ausstellungsbereiches einer großen Beliebtheit.

Gegründet wurde Saigon Tex von der „Vietnam National Textile and Garments Group“ (Vinatex), der „VCCI Exhibition Service Company“ und der „Hong Kong Exhibition Joint Stock Company“.

Mit einer stabilen Wirtschaftslage und einem schnellen Wirtschaftswachstum sticht Vietnam als überaus attraktive Zielregion für Produktionsunternehmen in Asien hervor – Thailand ist geplagt von politischen Unruhen, Kambodscha leidet unter den Auswirkungen anhaltender Arbeiterstreiks und Myanmar verfügt über eine nur unzureichende Infrastruktur.

Ein weiterer Grund für Hersteller, nach Vietnam zu gehen, ist der bevorstehende Abschluss der Trans-Pazifik Partnerschaft (TPP). Dieses von amerikanischer Seite geführte Freihandelsabkommen begünstigt Vietnam in Hinsicht auf Zolltarife für Textilien und Bekleidung. Diese werden eine starke Herabsetzung erfahren. Damit Unternehmen die Vorzüge dieser Steuerminderung auch beanspruchen können, müssen sie jedoch ihren Produktionsstandort nach Vietnam verlegen, mit dem Ziel der Herstellung von Textilien und Bekleidung für den Export.

In Bezug daruf: Vietnam und die TTP kämpfen für den Erfolg

Keine losen Enden

Eine Flut ausländischer Unternehmen überschwemmt Vietnams Bekleidungs- und Textilmarkt und sorgt für einen Wirtschaftsboom der Industrie. Im ersten Quartal 2014 stiegen Vietnams Exportzahlen um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr an.

Aber auch dieses Wirtschaftswachstum stößt schnell an seine Grenzen, wenn Vietnams Regierung sowie die lokalen Industrien nicht schnell Handeln. Der Großteil aller Herstellungsmaterialen in der Bekleidungs- und Textilindustrie werden nicht von lokalen Zulieferern bezogen. Die  „Yarn-forward Rule“ der TPP besagt, dass falls Vietnam Kleidung aus Materialien herstellt, die nicht aus einem TPP Mitgliedstaat stammen, es nicht berechtigt ist, in den Genuss von steuerbefreiten Importen zu kommen, für die es sonst berechtigt wäre.

Um dieser Problematik beizukommen, fördert die Regierung in aller Öffentlichkeit die Herstellung von Stoffen auf lokaler Ebene.

Ho Thi Kim Thao, stellvertretender Minister für Industrie und Handel, gab hinsichtlich der Ziele der Regierung an: “Diese Ziele weisen auf einen dringenden Bedarf für technische Innovation, Verbesserung der Qualitätskontrolle, Personalpolitik, Umweltpolitik sowie einer Verbesserung der Versorgungskette für Textilien und Bekleidung entsprechend den internationalen Standards. Insgesamt sucht Vietnam nach einem Weg, ein wertvolles Glied der Wertschöpfungskette zu werden.

Solche Schritte sind für Vietnams künftiges Wachstum unerlässlich. In 2010 wurde Vietnam zu einen Land mit mittlerem Einkommen im unteren Bereich, das jedoch weiterhin von Billigarbeit abhängig ist. Um nicht in der Falle des mittleren Einkommens zu landen, muss Vietnam Mittel und Wege finden, das Wirtschaftswachstum nicht stagnieren zu lassen. Wertschöpfung ist der Schlüssel zum Erfolg.

In Bezug darauf: Ist Vietnam in der Mittelschicht gefangen?

Ausblick

In 2013 erzielte Vietnam rund 20,4 Milliarden US$ durch Export von Bekleidung und Textilien. Dies stellt einen 18-prozentigen Anstieg zum Vorjahr dar. Die Zielsetzung dieser Industrie liegt bei einem Exportergebnis für 2014 in Höhe von 25 Milliarden US$. Vietnam investiert in Technologien und Prozessabläufe zur Verbesserung der Produktqualität, um sein Ziel zu erreichen.

Im Januar 2014 führte die Hong Kong Shanghai Banking Corporation (HSBC) eine Umfrage durch. Es wurde festgestellt, dass die Nachfrage seitens der EU und den USA, die 14 und 18 Prozent des vietnamesischen Exports ausmachen, in diesem Jahr Vietnam angeblich zu einem Exportanstieg von 20 Prozent verhelfen werden. Exportgeschäfte, insbesondere ausländisch investierte Produktionsunternehmen, werden Vietnams Wachstum den notwendigen Ausschlag geben.

Rao Nguyen, Manager von Dezan Shira & Associates (Ho Chi Minh Office) erklärt wie folgt: „Während die Produktionskosten in China auch weiterhin eine steigende Tendenz aufweisen, so wird Vietnam mit seinen niedrigen Gehaltskosten und Grundstückspreisen vermehrt als eine attraktive Alternative für die Produktherstellung für die Weiterveräußerung in den chinesischen Markt betrachtet. Die Zahl chinesischer Konsumenten soll sich bis 2020 erwartungsgemäß auf 600 Millionen Menschen ausdehnen.“

Sie führt weiter aus: „ Die Anzeichen für den Vormarsch der Produktionsindustrie sind bereits zu sehen.  Nach Aussage der Handelskammer Hong Kong haben sich allein in den letzten drei Jahren 5000 Produktionsbetriebe aus der Provinz Guangdong aus China  zurückgezogen, um in Vietnam neu Stellung zu beziehen.“

Mit einem rapiden Anstieg der Exporte und dem bevorstehenden Abschluss des Freihandelsabkommens steht Vietnams starkem Wachstum für 2014 nichts im Wege.

Bei Fragen zu Wirtschaftsthemen, Steuern, Buchhaltung und Unternehmensgründungen in China kontaktieren Sie bitte:

Fabian Knopf, Sr. Associate, Co-Head of German Desk, Dezan Shira & Associates Fabian.Knopf@dezshira.com

Silke Neugebohrn, Sr. Associate, Co-Head of German Desk, Dezan Shira & Associates
Silke.Neugebohrn@dezshira.com

Für weitere Information oder um mit Dezan Shira & Associates in Kontakt zu treten, bitte senden Sie eine Email an germandesk@dezshira.com, besuchen Sie uns auf www.dezshira.com wo sie unsere Unternehmensbroschüre kostenlos herunterladen können.

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