Einführung in das Steuerwesen Asiens

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Im Zusammenhang mit der fortwährenden Entwicklung der asiatischen Volkswirtschaften spielen die verschiedenen Steuersätze der Region eine immer wichtigere Rolle. Aus dem Blickfeld der jeweiligen Regierungen der Länder können Steuersätze zum Anreiz für ausländische Informationen oder zur Subventionierung von Staatsausgaben verwendet werden. Gleichermaßen können Steuersätze aus der Perspektive von Unternehmen und Erwerbspersonen dafür entscheidend sein, ob ein Rechtssystem für die eigene Geschäftstätigkeit oder Berufsausübung geeignet ist.

Es gibt eine Vielzahl von relevanten Steuern, die auf ausländische Unternehmungen und Erwerbstätige anwendbar sind. Dazu zählen die Körperschaftsteuer (Corporate Income Tax, CIT), die persönliche Einkommensteuer (Individual Income Tax, IIT), die Quellensteuer (Witholding Tax, WHT) sowie indirekte Steuern wie diverse Umsatzsteuern (VAT) und die Gewerbesteuer (Business Tax, BT). Ein eingehendes Verständnis der Höhe und der Funktion dieser verschiedenen Steuern ist ein integraler Bestandteil für die Planung von Unternehmen und Einzelpersonen, die in der asiatischen Region tätig werden wollen.

Dies ist ein Ausschnitt unseres Asia Briefing Magazins zum Großen Steuervergleich für Asien 2015, der eine Einführung in die Steuersätze der verschiedenen asiatischen Staaten gibt. Wir erklären die einzelnen Steuern als solche, diskutieren wie diese praktisch Anwendung finden und betrachten schließlich wie die jeweiligen Länder laut dem aktuellen Ranking der Weltbank zu den steuerlichen Rahmenbedingungen abschneiden.

Körperschaftsteuer

Eine Körperschaftsteuer ist eine Steuer, die auf den Gewinn eines Unternehmens erhoben wird. Sie wird meist von der Regierung eines Landes, manchmal aber auch von den Provinzregierungen erhoben.

In Asien variieren die Körperschaftsteuern von Land zu Land teils erheblich: Manche Länder fixieren den Körperschaftsteuersatz bei 17 %, während andere bis zu 40 % erheben. Die Höhe des Steuersatzes hängt von einer Vielzahl von Kriterien ab, etwa der Prioritäten der einzelnen Länder (unmittelbare Staatseinnahmen oder Anreize für zukünftige Investitionen), der Beschaffenheit der Volkswirtschaft (wie abhängig ist man von ausländischen Investitionen), der Größe des Landes sowie dem jeweiligen wirtschaftlichen Entwicklungsgrad.

Die genaue Definition was eine Körperschaft ist und inwiefern diese die CIT leisten muss, ist von Land zu Land unterschiedlich. Einige asiatische Länder verlangen die Steuerleistung von Körperschaften, die andere Länder nicht erheben würden. Zum Beispiel hängt die Zahlung der Steuer in Malaysia von dem Aufenthaltsort der Körperschaft ab – ob etwa die Kontrolle und das Management in Malaysia angemeldet sind – während die Steuer in Hong Kong unabhängig davon erhoben wird. Für genaue Details der Zahlungsverpflichtungen für Ihr Unternehmen in den verschiedenen asiatischen Ländern werfen Sie bitte einen Blick auf unser Schaubild im Magazin.

Umsatzsteuer & Mehrwertsteuer – Indirekte Steuern

Im Grunde wird eine indirekte Steuer zu dem Preis eines gehandelten Gutes oder einer zu bezahlenden Dienstleistung hinzugefügt und erhöht dadurch die Kosten dieser Waren und Dienstleistungen für den Endkonsumenten. Dies ist der wesentliche Unterschied zu den direkten Steuern, wie zum Beispiel der Gewerbesteuer und Einkommenssteuer, die Unternehmen und Privatpersonen direkt an die jeweilige Regierung abtreten müssen.

Indirekte und direkte Steuern unterscheiden sich auch noch in einigen weiteren Punkten. Da indirekte Steuern pauschal bei käuflichen Transaktionen von Waren und Dienstleistungen erhoben werden, sind sie in ihrer Höhe nicht wie die direkten Steuern abhängig dem zugrunde liegenden erzielten Einkommen oder unternehmerischen Gewinnen.

In Asien wenden die Länder entweder eine Umsatzsteuer oder eine Steuer auf Waren und Dienstleistungen als indirekte Form der Steuererhebung an. Einige Länder verzichten gänzlich auf diese Art der Steuer. Manche Länder haben erst innerhalb der letzten zehn Jahre ihre Systeme zur indirekten Besteuerung erhoben, wie etwa China und Indien. Die Steuereinnahmen werden in der Regel zwischen der Zentralregierung und den Lokalregierungen aufgeteilt. 

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Quellensteuer

Eine Quellensteuer ist eine Steuer die etwa dem ausgezahlten Gehalt eines Angestellten vorenthalten und direkt an den Staat abgeführt wird. Quellensteuern werden von Staaten in der Regel zur Verhinderung von Steuerhinterziehung angewandt.

Die Länder in Asien unterteilen die Quellensteuer in der Regel in eine Quellensteuer auf Dividenden, Zinserträge und Nutzungsgebühren. Indien zum Beispiel erhebt keine Quellensteuern auf Dividenden, dafür aber 30 auf Nutzungsgebühren.

Persönliche Einkommenssteuer

Eine persönliche Einkommensteuer (IIT) ist eine Steuer, die auf alle individuell erzielte Einkommen eines Rechtsgebietes erhoben wird. Alle Staaten in Asien, mit Ausnahme von Brunei und Kambodscha, verfügen über ein progressives Einkommensteuersystem. In Brunei wird keine Einkommensteuer erhoben und in Kambodscha beträgt der Steuersatz pauschal 30 %. In den anderen asiatischen Staaten steigt der Steuersatz mit der Höhe des erzielten Einkommens. Die jeweiligen Steuerklassen variieren stark. Der Höchstsatz beträgt in manchen Ländern 45 % und andernorts lediglich 17 %.

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Komplexität des Steuersystems

Einer der wesentlichen Faktoren des Weltbank Rankings „Doing Business“ ist die bürokratische Komplexität des Steuersystems (Ease of Paying Taxes). Dazu werden der zeitliche Aufwand, die Höhe der zu zahlenden Steuern sowie die Anzahl der Zahlungsvorgänge betrachtet, die notwendig sind, um die Steuerschuld zu begleichen. An dieser Stelle heben wir 13 Länder, die im Magazin vorgestellt werden hervor, inklusive USA, Deutschland und Italien. 

Verglichen zu dem Ranking für das Jahr 2014 gibt es einige wesentliche Änderungen zur Komplexität der Steuerzahlungen. Indien hat sich um zwei Stellen verbessert, während sich Indonesien und Vietnam um 23 und 24 Stellen verschlechtert haben. Das bedeutet, dass Indien sich von den betrachteten 13 Ländern von letzter Stelle auf den 11. Platz vorgeschoben hat und Indonesien und Vietnam die hinteren Plätze belegen.

Innerhalb der besten 5 Plätze gab es ebenfalls Änderungen. Thailand hat sich insgesamt um acht Plätze verbessert und Kambodscha ist um 25 Plätze gefallen. Als Resultat ist Thailand bei den betrachteten 13 Ländern auf Rang 5 und Kambodscha auf Rang 6.

 

Bei Fragen zu Wirtschaftsthemen, Steuern, Buchhaltung und Unternehmensgründungen in Asien kontaktieren Sie bitte:

Fabian Knopf, Senior Associate, Head of German Desk, Dezan Shira & Associates Fabian.Knopf@dezshira.com

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