Expatriates in Asien Teil 2 – Langfristige Beschäftigungsvisa

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Der zweite Teil unserer Serie “Expatriates in Asien” erläutert die Notwendigkeiten, aufgegliedert nach Ländern, ein langfristiges Beschäftigungsvisa in Asien zu bekommen. 

China: Z- und R-Visa 

Mit seiner investorenfreundlichen Politik und seiner gewaltigen Konsumentenklasse ist China seit langem ein Magnet für ausländische Arbeitnehmer, die bestrebt sind, ihr Gewerbe in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft auszuüben. Gleichwohl sind laut einer Studie von UniGroup Relocation im Jahr 2014 doppelt so viele Ausländer aus China weggezogen wie hinzugezogen sind. Die Studie weist darauf hin, dass dies auf auslaufende Arbeitsverträge zurückzuführen ist (wie bereits erwähnt neigt Chinas Privatwirtschaft dazu, Arbeitnehmern nur befristete Verträge anzubieten). Jedoch kann der Rückgang auch durch strengere Arbeitsvisabestimmungen in China erklärt werden, die es für ausländische Arbeitnehmer viel schwieriger gemacht haben, das Land zu erreichen.  

Wie das M-Visum ist auch das R-Visum eine der im September 2013 eingeführten Visakategorien. R-Visa werden in der Regel nur an die Geschäftsleitung eines Unternehmens oder an Ausländer ausgestellt, die mit ihrer Einstellung den inländischen Fachkräftemangel ausgleichen. Die Anforderungen für das R-Visum sind strenger als die für das Z-Visum, welches Chinas zweites offizielles Arbeitsvisum darstellt. Folglich ist das Z-Visum immer noch das am häufigsten genutzte Beschäftigungsvisum für Ausländer, und dies wird auch in absehbarer Zukunft so bleiben. 

Das Z-Visum wird von Ausländern genutzt, die entweder bei einem inländischen Unternehmen oder einem ausländisch investierten, in China registrierten Unternehmen angestellt sind. Es ist für Mitarbeiter bestimmt, die in China leben und arbeiten. Nachdem eine chinesische Botschaft ein Z-Visum ausgestellt hat, hat der Arbeitnehmer drei Monate Zeit, in China einzureisen. Nach der Ankunft muss der Ausländer eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen.  

Der Aufenthaltstitel erlaubt es dem Ausländer in der Regel, für ein Jahr unbegrenzt ein- und auszureisen. Das Verfahren zur Beantragung eines Z-Visums unterscheidet sich oft je nach Stadt oder Region. Die erforderlichen Schritte, Dokumente, zuständigen Ministerien und sogar das gesamte Verfahren kann je nach Rechtsordnung unterschiedlich sein. Zum Beispiel kann in drei benachbarten Städten die erste eine Kopie des polizeilichen Führungszeugnisses fordern, die zweite das notariell beglaubigte Original vorschreiben, während die dritte Stadt überhaupt kein Führungszeugnis benötigt.  

Indien: Beschäftigungsvisa 

Indische Behörden stellen in der Regel einjährige Visa mit mehrfacher Einreise aus, die für bis zu fünf Jahre verlängert werden können, wenn der Bewerber die strengen Regeln erfüllt. Nach der globalen Finanzkrise in 2007-2008 sind viele Hochschulabsolventen aus Europa und Nordamerika nach Indien gezogen, um Berufserfahrungen in dessen dynamischer Wirtschaft zu gewinnen. Um die wachsende Anzahl einheimischer höherer Angestellter zu schützen und um den Fluss ausländischer Arbeitnehmer einzudämmen, hat die indische Regierung strengere Qualifikationsvoraussetzungen für Arbeitsvisa eingeführt. Die Auswirkungen dieser Reformen   führte zu einem starken Rückgang der Anzahl westlicher Angestellter   über die letzten Jahre . Während das Land eine relativ große Expat-Community hat, ist die überwiegende Mehrheit der ausländischen Arbeitskräfte aus den Nachbarländern wie Pakistan, Bangladesch und Nepal. Im Jahr 2014 sank die Zahl der internationalen Arbeitnehmer um mehr als ein Viertel auf 30.000.  

Indische Behörden verlangen Dokumente sowohl vom Antragsteller als auch vom Arbeitgeber. Die Anzahl der erforderlichen Dokumente hängt von der Staatsangehörigkeit des Antragsstellers ab. Für Bürger entwickelter Volkswirtschaften in Europa und Nordamerika sind die Anforderungen weitgehend identisch. Nichtsdestotrotz sollten  Antragssteller und deren Arbeitgeber alle erforderlichen Unterlagen beim indischen Konsulat im Heimatland des Antragsstellers verifizieren lassen.  

Auf der Arbeitnehmerseite ist die Vorbereitung eines Antrags relativ einfach und sollte nicht mehr als einen Tag in Anspruch nehmen. Andererseits kann es bis zu einer Geschäftswoche dauern, bis der Arbeitgeber alle benötigten Unterlagen zusammentragen kann. Mit Ausnahme der Gründungsurkunde und der PAN-Karte, welche eingescannt oder kopiert werden können, muss jedes andere Dokument, das vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden muss, ein Original sein. Jedes Originaldokument muss den Briefkopf des Unternehmens enthalten, von einem Senior Manager unterschrieben werden und mit dem offiziellen Stempel des Unternehmens markiert werden. Aufgrund dieser Vorgaben müssen ausländische Bewerber die Originale von ihrem Arbeitgeber per Post erhalten. 

Vietnam: Arbeitserlaubnis 

Der Prozess, eine Arbeitserlaubnis für Vietnam zu beantragen, ist eine notorisch komplexe und uneinheitliche Angelegenheit. Ähnlich wie bei China variieren die Kriterien für den Erhalt eines Arbeitsvisums von Stadt zu Stadt erheblich und selbst hochqualifizierte Bewerber müssen dabei mit Schwierigkeiten rechnen. Ende letzten Jahres hat der Direktor der Baker McKenzie Kanzlei Fred Burke bei einem Besuch des Vietnam Business Forum gesagt, dass selbst Bill Gates und Steve Jobs nicht in der Lage seien, eine Arbeitserlaubnis für Vietnam zu erhalten und argumentierte, dass „ein radikales Überdenken der aktuellen Regelungen“ nötig sei.  

Kurz nach Burkes kritischen Bemerkungen ist zum 1. Januar 2015 das vietnamesische Gesetz für Einreise, Ausreise, Transit und Wohnsitz von Ausländern in Kraft getreten, welches die Anzahl der für Ausländer verfügbaren Visa-Arten von 10 auf 20 verdoppelt. Nach dem derzeitigen System hängt der geeignete Visumstyp von der Tätigkeit des ausländischen Arbeitnehmers ab. So müssen ausländische Investoren und Anwälte das neue DT Visum beantragen, während ausländische Mitarbeiter von Repräsentanzbüros (RO), Projektbüros (PO) oder Nicht-Regierungsorganisationen (NGO) Visumstyp NN 1, 2 oder 3 benötigen. Unabhängig vom benötigten Visumstyp sind die Berechtigungen des Antragsstellers und die notwendigen Verfahren immer noch grob  durch das Arbeitserlaubnis-Gesetz Vietnams umrissen.  

In den meisten Fällen ist eine Arbeitserlaubnis erforderlich, wenn man länger als drei Monate in Vietnam arbeiten will. Falls eine Arbeitserlaubnis nicht zwingend vorgeschrieben ist, muss eine Ankündigung sieben Tage vor Arbeitsbeginn bei der Provinzabteilung für Arbeit, Invaliden und Sozialwesen (provincial Department of Labor, Invalids and Social Affairs – DoLISA) eingereicht werden. 

Momentan werden Arbeitsgenehmigungen für Ausländer für maximal drei Jahre erstellt. Im Rahmen des Gesetzes für Einreise, Ausreise, Transit und Wohnsitz von Ausländern kann die Visumskategorie innerhalb Vietnams nicht geändert werden. Daher ist die Möglichkeit der Einreise mit einem Touristenvisum und der Beantragung einer Arbeitserlaubnis vor Ort nicht mehr möglich.  

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Bei Fragen zu Wirtschaftsthemen, Steuern, Buchhaltung und Unternehmensgründungen in Asien kontaktieren Sie bitte:

Fabian Knopf, Senior Associate, Head of German Desk, Dezan Shira & Associates Fabian.Knopf@dezshira.com

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