Die wichtigsten Märkte Asiens im Überblick

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Von Silke Neugebohrn und Dana Tkotsch. Dieser Artikel erschien in der Mai-Ausgabe 2015 von ChinaContact.

Neben den bevölkerungsreichen »Schwergewichten« China und Indien sowie Japan ist auch die Asean-Gemeinschaft, eine Region, die zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnt. Die Asean-Staaten bauen zum einen untereinander mit der Asean Economic Community (AEC) 2015 weitere Handelshemmnisse ab und haben sich mit Freihandelsabkommen zum Beispiel mit China, Indien und Japan gut in der Region vernetzt.

In China, dem mit 1,35 Milliarden Menschen bevölkerungsreichsten Land der Welt, wuchs die Wirtschaft 2014 um 7,4 Prozent. Das Pro-Kopf-BIP liegt bei 7.572 US-Dollar und der
durchschnittliche Jahreslohn bei 6.800 US-Dollar. Wichtige Industriesparten sind Maschinenbau, Textilindustrie sowie Transport inklusive Automobil-, Eisenbahn-, Schiffs- und Flugzeugbau. Mit einem Wert von 2,21 Billionen US-Dollar war China 2013 Exportweltmeister, exportiert werden unter anderem elektronische Güter, Datenverarbeitungsgeräte und Textilien. Importiert werden unter anderem Öl und Mineralöl, medizinische Geräte, Erze und Sojabohnen. Das Importvolumen
lag 2013 bei1,95 Billionen US-Dollar.

Chinas 7,1 Millionen Menschen zählende Sonderverwaltungszone Hongkong zeichnet sich vor allem als Finanzplatz und bedeutender Hafen aus. Weitere wichtige Branchen sind Tourismus und die Herstellung von Textilien, elektronischen Gütern und Uhren. Importiert werden überwiegend
Rohstoffe, Halbleiter, Konsumgüter und Benzin, zum Teil reexportiert, mit einem Gesamtvolumen von 560,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014. Die Exporte hatten ein Volumen von 456,4
Milliarden US-Dollar. Ausgeführt werden Güter wie Elektrogeräte, Texilien, Uhren und Edelsteine. Das BIP wuchs 2014 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent. Das BIP pro Kopf ist mit 55.166 US-Dollar bei einem monatlichen Durchschnittslohn von 1.850 US-Dollar relativ hoch.

Japans Wirtschaft wuchs 2014 nur schwach um 0,9 Prozent, jedoch ist das BIP pro Kopf mit 37.500 US-Dollar in dem 127 Millionen Einwohner zählenden Land relativ hoch, was auch für das Lohnniveau mit einem Jahreseinkommen von 38.648 US-Dollar (2013) gilt. Wichtige Branchen sind die Herstellung von Fahrzeugen und elektronischen Ausrüstungen, Maschinen-
und Schiffsbau, Chemie sowie Textilindustrie. Zu den Exporten, die sich 2014 auf insgesamt 710,5 Milliarden US-Dollar beliefen, gehören Fahrzeuge und Chemikalien sowie Computerteile und Uhren. Importiert werden unter anderem Erdöl und -gas, Halbleiter und Kohle. Das Importvolumen lag 2014 bei 811,9 Milliarden US-Dollar. 

Im Vergleich zu China sind BIP pro Kopf und jährliches Durchschnittsgehalt mit 5.777 beziehungsweise 1.497 US-Dollar (2013) in Indien relativ niedrig. In dem Land mit 1,27
Milliarden Einwohnern wuchs die Wirtschaft 2014 um 5,6 Prozent. Textilien, Chemie, Pharma, Fahrzeugbau, Software und Bergbau zählen zu den wichtigen Industriezweigen. Exportiert
werden unter anderem (Petro-) Chemieprodukte, Rohöl, Eisen, Stahl
und Maschinen. Das Volumen der Ausfuhren lag 2014 bei 342,5 Milliarden US-Dollar, wohingegen Waren im Wert von 508,1 Milliarden US-Dollar importiert wurden.

In Indonesien, einem Land mit mehr als 253 Millionen Einwohnern, liegt der jährliche Durchschnittslohn bei nur 3.474 US-Dollar. Zu den wichtigsten Branchen gehören unter anderem Tourismus und Lebensmittelindustrie sowie die Verarbeitung von Palmöl. Importiert werden zum Beispiel Chemikalien und Treibstoff. Der Wert aller Einfuhren lag 2014 bei 166,7 Milliarden US-Dollar, das Ausfuhrvolumen bei 179,4 Milliarden US-Dollar. Exportiert werden unter anderem Öl, Gas und Elektrogeräte. Die BIP-Wachstumsrate lag 2014 bei 5,3 Prozent, das BIP pro Kopf bei 5.200 US-Dollar.

Im 30 Millionen Einwohner zählenden Malaysia beträgt der jährliche Durchschnittslohn 10.538 US-Dollar (2013). Das BIP wuchs 2014 um 4,7 Prozent, pro Kopf der Bevölkerung liegt es bei 17.500 US-Dollar. Die Einfuhren von Gütern wie Chemikalien und Stahl beliefen sich 2014 auf 193,6 Milliarden US-Dollar. Exportiert werden unter anderem elektronisches Equipment und Gummi/Kautschuk. Insgesamt wurden Waren im Wert von 231,3 Milliarden US-Dollar ausgeführt. Die Elektronik- und Chemiebranche gehören zu den wichtigsten Industrien des südostasiatischen Landes.

In Myanmar sind dies unter anderem die Agrarwirtschaft und die Verarbeitung von Edelsteinen. 55 Millionen Einwohner zählt das Land, das mit rund 4.380 US-Dollar (2014) einen sehr niedrigen jährlichen Durchschnittslohn hat. Importiert werden unter anderem Maschinen und Zement. Der Wert aller Einfuhren lag 2014 bei 12,53 Milliarden US-Dollar, der Ausfuhrwert bei 10,31 Milliarden US-Dollar. Exportiert werden unter anderem Holzprodukte und Reis. Das Pro-Kopf-BIP betrug 2014 1.700 US-Dollar, wobei das BIP im Vergleich zum Vorjahr mit 6,8 Prozent realtiv stark stieg.

Auch das BIP der Philippinen wuchs 2014 um 6,8 Prozent, der Jahresdurchschnittslohn ist mit 2.765 US-Dollar (2013) jedoch noch niedriger als in Myanmar. Bei einer Bevölkerung von über 107 Millionen Menschen hat das Land ein Pro-Kopf-BIP von 4.700 US-Dollar. Die Philippinen importierten 2014 Waren im Wert 53,35 Milliarden US-Dollar, darunter fossile Brennstoffe. Exportiert werden zum Beispiel elektronische Ausrüstungen und Chemikalien – das Gesamtvolumen der Exporte belief sich 2014 auf 72,93 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Branchen sind Elektronik, Maschinen und Pharmazeutika.

Die mehr als 5,5 Millionen Einwohner zählende Finanzmetropole Singapur hat mit 55.176 US-Dollar (2013) ein sehr hohes durchschnittliches Jahreseinkommen. Zu den wichtigsten Branchen zählen Elektronik, medizinische Produkte und Maschinen. Das BIP-Wachstum lag 2014 bei 4,1 Prozent, und das Pro-Kopf-BIP bei 62.400 US-Dollar. 2014 importierte Singapur Waren im Gesamtwert von 375,5 Milliarden US-Dollar, vor allem mineralische Brennstoffe, Chemikalien
und Lebensmittel. Die Ausfuhren – in erster Linie Maschinen, Pharmazeutika und chemische Proukte – beliefen sich auf 449,1 Milliarden US-Daollar.

Bei einer Wachstumsrate von 2,9 Prozent betrug das Pro-Kopf-BIP 2014 in Thailand 9.900 US-Dollar. Das durchschnittliche Jahreseinkommen in dem über 67 Millionen Menschen zählenden Land liegt bei 6.348 US-Dollar. Zu den wichtigsten Industrien gehören Tourismus, Reisanbau und Elektrogeräte. 2014 wurden Waren im Wert von insgesamt 232 Milliarden US-Dollar exportiert, vor allem Elektrogeräte, Fischereiprodukte und Reis. Die Einfuhren lagen bei insgesamt 218,5 Milliarden US-Dollar. Importiert werden vor allem Brennstoffe und Produktionsausrüstungen.

Die 93 Millionen Einwohner Vietnams verfügen über ein jährliches Durchschnittseinkommen von knapp 1.910 US-Dollar (2013). Die BIP-Wachstumsrate lag 2014 bei 5,3 Prozent, das BIP pro Kopf bei 4.000 US-Dollar. Zu den wichtigsten Branchen zählen Textilindustrie und Elektronik. 2014 wurden Güter wie Stahl, Rohmaterialien für Kleidung und Elektronik im Wert von insgesamt 121,4 Milliarden US-Dollar importiert. Exportiert werden Bekleidung, Schuhe, Holzprodukte und Reis. Das Exportvolumen lag 2014 bei 147 Milliarden US-Dollar. 

 

Bei Fragen zu Wirtschaftsthemen, Steuern, Buchhaltung und Unternehmensgründungen in Asien kontaktieren Sie bitte:

Fabian Knopf, Sr. Associate, Co-Head of German Desk, Dezan Shira & Associates Fabian.Knopf@dezshira.com

Silke Neugebohrn, Sr. Associate, Co-Head of German Desk, Dezan Shira & Associates Silke.Neugebohrn@dezshira.com

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